Mit „Jenseits von Eden“ in Ratingen

Wir sind spät dran. Trotz früherer Abfahrt als normal scheint uns der Verkehr einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Ich sitze heute vorne im Bus. Bei Ute, der Garderobiere, und Birgit, der Requisiteurin, beide zuständig für den heutigen Abend. Da es der Mittwoch vor dem im Rheinland hochzelebrierten Karneval ist, ist das Gesprächsthema schnell gefunden. Mein erstes Karneval im Rheinland, ich bin etwas aufgeregt. Zwar gibt es da oben im Norden, wo ich herkomme, auch eine Art Rosenmontagsumzug, den ich aber nie selbst gesehen und auch nie dran teilgenommen habe. Ich vermute allerdings, dass er im Vergleich zum Düsseldorfer Umzug eher eine kleine Versammlung als einen ernstzunehmenden Umzug darstellt.img_1904

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Schauspielerinnen Juliane Pempelfort und Anna Lisa Grebe im Bus.

Vor uns, auf den Düsseldorfer Straßen, staut sich der Verkehr. Im Bus wird es unruhig. Mittlerweile ist es zwanzig nach sechs, um acht beginnt in Ratingen die Vorstellung. Allein Juliane Pempelfort hat schon eine Stunde Maskenzeit, dazu kommen noch Soundcheck und Kostümierung, außerdem die innere Vorbereitung auf die Rolle. Alles in allem wird es also ziemlich knapp. Irgendwann, es ist so gegen halb sieben, kommen wir dann tatsächlich an und alle eilen durch den Regen ins Ratinger Stadttheater. Die Schauspieler verschwinden sofort in den Garderoben, ich schaue mich auf der Bühne um und stelle mich vor allem noch einigen Leuten vor. Zum Beispiel dem Musiker. Ingmar Kurenbach ist nur für „Jenseits von Eden“ engagiert und hat dementsprechend natürlich keine Ahnung, wer ich bin. Er erklärt sich trotzdem mit den Fotos von der Seitenbühne einverstanden.

 

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Musiker Ingmar Kurenbach bereitet sich auf die Vorstellung vor und stimmt seine Instrumente.

Das Ratinger Stadttheater ist ein Gastspielhaus ohne eigenes Ensemble. Es wurde 1971 gebaut und bietet seitdem ca. 615 Personen Platz. Man merkt dem Haus diesen typischen Stil der 60er/70er an, fast alles ist aus Holz, die Sitze sind mit einem warmblauen Stoff bezogen. Im Saal liegt grauer Teppich. Das macht es sehr gemütlich, ein schöner Rahmen für einen Theaterabend.

Die Bühne selbst ist eher klein, reicht aber allemal aus. Selbst für unsere Verhältnisse – „Jenseits von Eden“ braucht von unseren Produktionen so ziemlich am meisten Platz. Sogar für mich ist noch Platz auf der Seitenbühne, sodass ich während der Vorstellung von dort zuschauen kann. Wesentlich interessanter diesmal als beim Abstecher nach Siegen: Hier kann man nämlich von der Seite aus zuschauen und muss sich nicht damit abfinden, drei Stunden lang auf einen schwarzen Vorhang zu schauen, den irgendjemand scheinbar aus einer Laune heraus um das Bühnenbild herumkonzipiert hat. Nur muss man aufpassen, dass man nicht zu weit nach vorne geht. Denn wenn man nicht aufpasst, steht man ganz schnell selbst mitten im Rampenlicht. Und das will ja niemand.

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Der Weg vom Foyer hinter die Bühne

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Der Inspizient kontrolliert, ob auf der Bühne alles stimmt.

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Juliane Pempelfort in der Maske

img_1964img_1965img_1968img_1969img_1972img_1974img_1977img_1978img_1986img_1992Irgendwann, heute geht ja alles recht schnell, beginnt der Soundcheck. Erst spricht jeder für sich einige Sätze in sein Mikrofon, dann singen alle gemeinsam oder in kleinen Gruppen die Lieder des Abends. Währenddessen ist das Foyer schon gut gefüllt und die Leute warten vor den Einlasstüren. Also räumen unsere Leute jetzt die Bühne und Lutz, unser Inspizient, gibt die Türen zum Einlass frei. Er muss heute im Zuschauerraum sitzen, denn die Funkverbindung zwischen ihm und der Technik ist unterbrochen. Deshalb sitzt er im Saal am Technikplatz, gibt dort leise die Einsätze an die Technik und kann die Schauspieler, Garderobiere und Requisiteurin per Gegensprechanlage einrufen.

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Der Ablauf vor der Vorstellung
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Stefan Schleue beim Soundcheck

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Das gut gefüllte Foyer vor der Vorstellung

Trotz aller Widrigkeiten beginnt die Vorstellung pünktlich um 20 Uhr. Regieassistentin Frances van Boeckel steht auf der Seitenbühne zur Verfügung, falls etwas schiefgeht oder jemand Hilfe braucht.  Außerdem stehen hinter der Bühne Requsiteurin und Garderobiere bereit, um bei Umzügen zu helfen oder Requisiten aus dem Off an die Schauspieler anzugeben.

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Die Vorstellung beginnt

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Joachim Berger wartet hinter dem Bühnenbild auf seinen nächsten Auftritt.

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In der Pause

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Vor dem zweiten Teil – die Schauspieler warten darauf, dass sich der Vorhang öffnet.

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Requisiteurin Birgit gibt den Schauspielern auf der Bühne die amerikanische Flagge an.

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Das Schlussbild

img_2140img_2146img_2160Nach zwei Stunden und vierzig Minuten ist die Vorstellung zu Ende. Während noch die letzten Zuschauer den Saal verlassen und die Schauspieler in ihre Garderoben gehen, laufen schon alle auf die Bühne, um aufzuräumen und das Bühnenbild abzubauen. Birgit kümmert sich um die Requisiten und packt sie wieder in ihre Kiste, Ute hängt die Kostüme wieder in die Kostümschränke und Sarah und Gabriele von der Maske nehmen noch schnell Haarteile und Perücken ab, bevor auch sie ihre Sachen zusammenräumen. Innerhalb von ca. zwanzig Minuten ist bis auf das Bühnenbild alles zusammengepackt und aufgeräumt. Da die Technik eh mit dem LKW fährt, können wir also los, was den meisten sehr zusagt, denn am nächsten Tag geht es ganz normal mit dem regulären Probenbetrieb weiter und davor haben die meisten dann doch gerne noch zumindest etwas Schlaf.

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Die letzten Zuschauer verlassen den Saal.
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Aufräumen und Abbauen der Bühne.

img_2177img_2181Gegen halb zwölf schon kommen wir wieder in Neuss an. Und auch, wenn das für Abstecher eine relativ frühe Rückkehrzeit ist, bin ich ziemlich geschafft und freue mich auf mein Zuhause. Und ich freue mich natürlich auf den nächsten Abstecher. Wenn alles nach Plan läuft, fahre ich Anfang März mit dem „Prozess“ nach Velbert. Wird bestimmt schön. Hoffentlich.

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